Wie entsteht räumliches Sehen?

Um einen Gegenstand zu erkennen, wird dieser zunächst auf der Netzhaut, genauer in der Fovea centralis (Stelle des schärfsten Sehens) eines jeden Auges abgebildet. Das jeweilige Bild wird als ein flächenhaftes, zweidimensionales Bild wahrgenommen. Durch den Abstand des einen Auges vom anderen sind diese beiden Bilder nicht genau deckungsgleich. Das Gehirn ist jedoch in der Lage, durch die präzise Feineinstellung der Augenbewegungen mit Hilfe der Augenmuskeln die gewonnenen Bilder zu verschmelzen (fusionieren), um ein räumliches, dreidimensionales Bild zu erhalten.

Können alle Menschen räumlich sehen?

Räumliches Sehen ist nur bei normaler Netzhautkorrespondenz und koordinierter Muskelsteuerung möglich. Aber nicht bei jedem Menschen ist die Augenbeweglichkeit in die verschiedenen Blickrichtungen normal. Beispielsweise können Menschen mit Augenfehlstellungen (Schielen, Augenmuskellähmungen, Doppelbilder) oder Sehschwächen (Amblyopien) nicht oder nicht mehr räumlich sehen.

Können diese Menschen räumliches Sehen erlernen?

Das ist in vielen Fällen möglich -  wenn das exakte Gleichgewicht der Augenmuskeln für die Augenbewegungen wiederhergestellt ist. Nach genauer Diagnostik der Augenbeweglichkeit lassen sich schwache Augenmuskeln durch gezieltes Training kräftigen. Dafür wurde von uns ein spezielles Trainingsprogramm analog der Physiotherapie entwickelt.